Wann ist Fieber ernst? Ein einfacher Ratgeber
Fieber kann beängstigend wirken, aber in den meisten Fällen ist es ein Zeichen, dass Ihr Körper genau das tut, was er soll: eine Infektion bekämpfen. Zu wissen, wann eine hohe Temperatur harmlos ist und wann sie etwas Ernstes signalisiert, hilft Ihnen, ruhig und sicher zu reagieren. Dieser Leitfaden erklärt, was Fieber ist, wie man es zu Hause versorgt, und welche klaren Warnzeichen bedeuten, dass es Zeit ist, einen Arzt aufzusuchen oder Notfallversorgung in Anspruch zu nehmen.
Was Fieber eigentlich ist
Fieber ist ein vorübergehender Anstieg der Körpertemperatur, meist als Reaktion auf eine Infektion. Die normale Körpertemperatur liegt bei etwa 37°C (98.6°F), variiert jedoch leicht von Person zu Person und im Tagesverlauf. Im Allgemeinen gilt eine Temperatur von 38°C (100.4°F) oder höher sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern als Fieber. Die genaue Zahl ist weniger wichtig als das Aussehen und Befinden der Person — eine leicht erhöhte Temperatur bei jemandem, der wach ist und trinkt, ist weit weniger besorgniserregend als ein niedrigerer Wert bei jemandem, der sehr krank wirkt.
Warum Fieber entsteht
Wenn Ihr Immunsystem Bakterien, ein Virus oder eine andere Bedrohung erkennt, erhöht es den internen Thermostat Ihres Körpers. Diese höhere Temperatur macht Ihren Körper zu einem ungemütlicheren Ort für die Vermehrung von Keimen und hilft Ihrer Immunabwehr, wirksamer zu arbeiten. Die meisten Fieberschübe stammen von häufigen, selbstbegrenzenden Infektionen wie Erkältungen, Grippe und anderen Virusinfektionen. Deshalb ist Fieber für sich genommen meist ein Zeichen, dass Ihr Körper normal reagiert, und kein Grund zur Panik.
Selbstversorgung bei Fieber zu Hause
Bei den meisten leichten Fieberschüben von ansonsten gesunden Erwachsenen und älteren Kindern sind Ruhe und Flüssigkeit die Grundlage der Versorgung. Trinken Sie regelmäßig Wasser, um hydriert zu bleiben, tragen Sie leichte Kleidung und halten Sie den Raum auf einer angenehmen statt überheizten Temperatur. Es ist nicht nötig, Fieber zu senken, nur weil ein Thermometer einen hohen Wert anzeigt.
Wann fiebersenkende Mittel sinnvoll sind
Rezeptfreie Fiebersenker wie Paracetamol (Acetaminophen) oder Ibuprofen können Ihnen helfen, sich wohler zu fühlen, wenn Fieber mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein einhergeht. Verwenden Sie sie, um Symptome zu lindern, statt einen bestimmten Wert zu verfolgen, befolgen Sie immer die Anweisungen auf der Packung, und sprechen Sie mit einem Apotheker oder Arzt, wenn Sie unsicher, schwanger sind oder eine andere Erkrankung haben. Dieser Artikel gibt keine konkreten Dosierungen an — die Packungsbeilage und ein Apotheker sind Ihre besten Ratgeber.
Wie lange ist zu lange
Viele Fieberschübe klingen innerhalb weniger Tage ab, sobald sich die zugrunde liegende Erkrankung bessert. Fieber bei einem Erwachsenen, das länger als etwa drei Tage dauert, weiter steigt oder zurückkehrt, nachdem es abgeklungen schien, sollte von einem Arzt untersucht werden. Das Gleiche gilt, wenn Sie einfach das Gefühl haben, dass etwas mehr nicht stimmt als bei einer gewöhnlichen Erkrankung — vertrauen Sie diesem Instinkt und holen Sie sich Rat.
Fieber bei Babys und Kleinkindern
Fieber bei Babys und Kindern erfordert mehr Vorsicht als bei Erwachsenen. Jedes Fieber bei einem Baby unter drei Monaten sollte als dringend behandelt werden — kontaktieren Sie sofort einen Arzt oder Rettungsdienst, auch wenn das Baby ansonsten wohlauf scheint. Achten Sie bei älteren Babys und Kleinkindern eher auf ihr Verhalten als auf die Zahl allein: Ein Kind, das zwischen den Fieberspitzen wach ist, trinkt und spielt, ist meist beruhigend, während eines, das ungewöhnlich schläfrig, schlaff ist, nicht trinkt oder schwer zu wecken ist, umgehend ärztliche Hilfe braucht.
Notfall-Warnsignale (Red Flags)
Manche Symptome zusammen mit Fieber sind medizinische Notfälle. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst oder begeben Sie sich zur nächsten Notaufnahme, wenn Fieber mit einem steifen Nacken, starken Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, neuer Verwirrtheit oder Schwierigkeiten, wach zu bleiben, Atemnot oder schneller Atmung, einem Ausschlag, der nicht verblasst, wenn Sie ein Glas dagegen drücken (ein nicht wegdrückbarer Ausschlag), einem Krampfanfall oder Anzeichen schwerer Dehydrierung wie keinem Urin, eingesunkenen Augen oder extremer Schwäche einhergeht. Suchen Sie bei Babys und Kleinkindern auch bei einem schrillen oder anhaltenden Schreien, einer vorgewölbten Fontanelle am Kopf oder blauer, fleckiger oder sehr blasser Haut notärztliche Versorgung. Im Zweifel behandeln Sie diese Zeichen als Notfall — es ist immer besser, untersucht zu werden.
Arztbesuch oder dringende Versorgung
Vereinbaren Sie einen regulären Termin oder einen Termin am selben Tag mit Ihrem Arzt, wenn Fieber länger als erwartet anhält, immer wieder zurückkehrt oder mit Symptomen einhergeht, die Sie beunruhigen, aber keine Notfälle sind — zum Beispiel anhaltender Husten, Ohrenschmerzen oder Brennen beim Wasserlassen. Suchen Sie dringende oder notärztliche Versorgung bei einem der oben genannten Red-Flag-Zeichen, bei Fieber bei einem sehr jungen Säugling oder wenn die Person ernsthaft krank wirkt, zunehmend verwirrt wird oder Atemnot hat. Diese Informationen sind aufklärend und keine Diagnose; wenn Sie sich um Fieber bei sich selbst oder jemandem, für den Sie sorgen, sorgen, kontaktieren Sie eine medizinische Fachkraft.